Heimatmuseum Obing

Das kleine Museum, das Ihnen die Geschichte von Obing zeigt

Der Römerstein ist wieder in Obing

Römerstein im Heimatmuseum ObingRömerstein im Heimatmuseum Obing

Römischer GrabsteinRömischer Grabstein

Es hat 171 Jahre gedauert bis der Römische Grabstein, der ursprünglich im Obinger Friedhof stand, wieder nach Obing zurückkam und seinen neuen Standort im Heimatmuseum bekommen hat. Der Obinger Gedenkstein war im Zweigmuseum Burg Grünwald der Prähistorischen Staatssammlung ausgestellt und fristete zuletzt im Depot in Baldham sein Dasein. Damit der Stein auch fachgerecht aufgestellt und präsentiert wird, wurde er von der Diplom-Restauratorin Katharina Meier zu Verl von der Archäologischen Staatssammlung in München ins Heimatmuseum Obing begleitet.

Aus der Chronik von Walter Mayer „De Obinga im Laufe der Zeit“

Es ist nur logisch, dass das Straßendorf Obing auch zur Römerzeit bewohnt war und nicht nur von einheimischen Bojern.

Der Obinger Gedenkstein war im Zweigmuseum Burg Grünwald der Prähistorischen Staatssammlung ausgestellt und zuletzt im Archiv. 2021 kommt er zurück nach Obing.

Der Stein ist heller feinkörniger dichter Kalksandstein (Untersberger Marmor). Er mißt 87/46/44 cm, hat an den Seiten norische Volutenornamente und stand bis etwa 1814 als Weihbrunnkessel im Gottesacker, später in der alten Seelenkapelle an der  Kienberger Straße. 1845 kam er nach München ins Antiquariat der Residenz.

Die Inschrift lautet (übersetzt):

„Für Maximia Maxima, Tochter des Publius, gestorben mit 35 Jahren, hat Julia Avita, Ihre Mutter, (den Grabstein) machen lassen."

Die Namen der beiden Frauen sind lateinisch, es waren also Römerinnen. Das Alter wurde damals meist nur geschätzt, oft nach dem 5-jährigen Zeitraum der Steuerfestsetzung. Volljährig war man mit 25 Jahren, amtsfähig mit 30, aber die Altersprüfung konnte auch „ex aspektu“ = nach dem Aussehen, erfolgen.

Das durchschnittliche Sterbealter war bei Frauen 39, bei Männern 41, die Altersbreite Männer 13-90, Frauen 16-62 Jahre. Kinder unter 1 Jahr wurden nicht erwähnt. Es gibt Grabsteine für 9-jährige Spinnerinnen, Tänzerinnen, Friseusen. In Rom und Aquileja starben 50% der Leute unter 20 Jahren, bei uns in Noricum 45% vor dem 30., 61% vor dem 40. Lebensjahr.

172 waren bereits Christen unter den römischen Legionären in Noricum. Das lässt sich erschließen durch Berichte über das „Regenwunder" in der Markomannenschlacht Marc Aurels bei Carnuntum und die Christenverfolgungen des Diokletian.

Der keltische Jenseits-Glaube war auch beim breiten Volk längst untergegangen, durch die Auflösung der Druiden-Schulen von selbst. Man hatte einfach die Mythen greifbar gemacht und unter die, recht menschlichen Götter geschoben, z. B. den Bidaius und die Alounen. Die jungen Bojer arbeiteten sich in römischen Diensten empor, nahmen deren Lebensart und Unsitten, sowie die Sprache an. So entstand ein keltoromanischer Dialekt, ähnlich dem Ladinischen in den Bergen.